Arbeitgeberattraktivität durch Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern – der wichtige Beitrag der Hessischen Wirtschaft zur Geschlechtergerechtigkeit.

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Die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern in sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigung beträgt nach dem Hessischen Lohnatlas noch 11,9 Prozent (Stand 2018).  Es gibt jedoch Grund zum Optimismus, denn seit 2012 ist die Lücke bereits um 4 Prozentpunkte kleiner geworden. Damit geht die Entwicklung in die richtige Richtung, um mehr Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen.

Die hessischen Betriebe spielen auf diesem Weg eine entscheidende Rolle. Sie stellen die Weichen dafür, dass Frauen zukünftig häufiger in gut bezahlte Fachkräfte- und vor allem Führungspositionen einmünden und aufsteigen können und damit höhere Entgelte erreichen. Ein wichtiger Beitrag zum Schließen der Entgeltlücke in Hessen. Darüber hinaus sind es die Betriebe, die gewährleisten, dass Frauen für die gleichen Aufgaben auch den gleichen Lohn wie Männer erhalten. Einige Betriebe wie beispielsweise Adobe, Salesforce, Evonik, Ikea oder SAP schaffen Entgeltgleichheit. Das macht sie zu attraktiven Arbeitgebern. Ihre Beschäftigten binden sich gerne an sie und gerade die Millennials, die in den Arbeitsmarkt neu einmünden, begeistern sich für Betriebe, die Geschlechtergerechtigkeit als wichtiges Element in ihrer Betriebskultur verankert haben.

Jetzt gilt es noch viele weitere Betriebe davon zu überzeugen, ihren Betrag zur Entgeltgleichheit zu leisten. Die Zeiten sind günstig dafür, da viele Betriebe aufgrund des Fachkräftemangels auf der Suche nach neuen Fachkräften sind und Frauen eine wichtige Zielgruppe für sie darstellen können. Zudem hat sich während der Pandemie Arbeit stark verändert: Zeitlich und räumlich flexibles Arbeiten wird immer wichtiger. Diese Entwicklung kommt besonders oft Frauen zugute, die diese Flexibilität benötigen, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Mit der höheren Akzeptanz von mobilem Arbeiten als Alternative zum Arbeiten im Betrieb vor Ort, schwächt sich die Relevanz von Präsenzzeit und festen Arbeitszeiten als wichtige Kriterien des innerbetrieblichen Aufstiegs zunehmend. Dies eröffnet neue Chancen für alle, besonders die vielen Frauen, die mit flexiblen Arbeitsbedingungen Aufstieg wünschen. Während der Pandemie zeigt sich zudem, dass sich die Arbeitsteilung von Paaren im Homeoffice hinsichtlich Kinderbetreuung und Haushaltstätigkeiten zugunsten von Frauen verschiebt. Männer übernehmen einen größeren Anteil von Aufgaben als noch vor der Pandemie. Die neuen Freiräume ermöglichen Frauen sich umfangreicher in ihre Erwerbsarbeit einzubringen und damit höhere Entgelte zu erreichen. Mit Beispielen guter betrieblicher Praxis können Betriebe sensibilisiert und ermutigt werden, sich stärker für Frauen und deren Karrieren zu öffnen und Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern zu schaffen.

Bei der virtuellen Veranstaltung Arbeitgeberattraktivität durch Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern – der wichtige Beitrag der Hessischen Wirtschaft zur Geschlechtergerechtigkeit am 17. März 2021 wurden viele Beispiele vorgestellt und diskutiert. Im folgenden Programm sind die Beiträge verschiedener Referent*innen verlinkt. Dort finden sich auch die Kontaktdaten der Referent*innen, die gerne weiter ansprechbar sind.